⚡ Energie & Haushalt · 15 Min Lesezeit

Stromkosten berechnen — Formel, kWh-Preis und die besten Spartipps 2026

Was kostet der Fernseher im Jahr? Lohnt sich der neue Kühlschrank? Mit einer einfachen Formel rechnest du die Stromkosten jedes Geräts selbst aus — und erkennst sofort, wo die größten Stromfresser sitzen.

Schnellzusammenfassung: Stromkosten berechnest du mit der Formel Kosten = Leistung (kW) × Stunden × Strompreis pro kWh. Bei einem Strompreis von rund 35–40 Cent pro kWh (2026) kostet z.B. ein 100-Watt-Gerät bei 5 Stunden täglicher Nutzung etwa 64–73 € im Jahr. Ein 2-Personen-Haushalt verbraucht durchschnittlich rund 2.500 kWh jährlich — das sind etwa 875–1.000 € Stromkosten pro Jahr.

1. Die Stromkosten-Formel

Die Berechnung von Stromkosten ist reine Multiplikation — du brauchst nur drei Werte: die Leistung des Geräts, die Nutzungsdauer und deinen Strompreis.

Stromkosten berechnen
Kosten = Leistung (kW) × Zeit (Stunden) × Preis pro kWh

Da die Leistung auf Geräten meist in Watt angegeben ist, musst du sie zuerst in Kilowatt umrechnen — einfach durch 1.000 teilen:

Watt → Kilowatt
kW = Watt ÷ 1.000

Beispiel: Ein Fernseher mit 120 Watt läuft 4 Stunden am Tag. Strompreis: 38 Cent/kWh.

Schritt 1: 120 Watt ÷ 1.000 = 0,12 kW

Schritt 2: 0,12 kW × 4 h = 0,48 kWh pro Tag

Schritt 3: 0,48 kWh × 0,38 € = 0,18 € pro Tag → aufs Jahr: 0,48 × 365 × 0,38 = ca. 66,60 €

2. Was ist eine Kilowattstunde (kWh)?

Definition Kilowattstunde

Eine Kilowattstunde (kWh) ist die Energiemenge, die ein Gerät mit 1.000 Watt (= 1 kW) Leistung in einer Stunde verbraucht. Sie ist die Abrechnungseinheit auf deiner Stromrechnung — dein Zähler misst nichts anderes als kWh.

Zum Gefühl dafür, was eine kWh leistet: Mit einer einzigen Kilowattstunde kannst du ungefähr…

Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die Wattzahl: Ein Gerät mit doppelter Leistung verbraucht bei gleicher Laufzeit doppelt so viele kWh — und kostet doppelt so viel.

3. Strompreis 2026: Womit rechnen?

Der Strompreis für Haushaltskunden liegt 2026 je nach Anbieter, Region und Tarif meist zwischen 30 und 42 Cent pro kWh. Für Neukundentarife sind eher 28–34 Cent üblich, in der Grundversorgung eher 38–45 Cent. Als realistischer Rechenwert für Überschläge eignet sich 35 bis 40 Cent pro kWh.

Wichtig zu wissen: Der Preis setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen — dem reinen Energiepreis, den Netzentgelten sowie Steuern, Abgaben und Umlagen. Nur etwa ein Drittel ist der eigentliche Strom; der Rest sind Durchleitung und staatliche Bestandteile. Dazu kommt ein monatlicher Grundpreis (oft 8–15 €), der unabhängig vom Verbrauch anfällt.

💡 Deinen echten Preis findest du auf der letzten Stromrechnung unter „Arbeitspreis" (Cent/kWh). Rechne mit diesem Wert statt mit Durchschnittswerten — dann stimmen deine Ergebnisse exakt.

4. Verbrauchstabelle: Haushaltsgeräte

Diese Tabelle zeigt typische Leistungswerte und Jahreskosten gängiger Haushaltsgeräte (gerechnet mit 38 Cent/kWh und realistischer Nutzung):

Tabelle 1: Typischer Verbrauch von Haushaltsgeräten (bei 0,38 €/kWh)
GerätLeistungNutzungkWh/JahrKosten/Jahr
Kühlschrank (A-Klasse, neu)24 h/Tagca. 100ca. 38 €
Kühlschrank (15 Jahre alt)24 h/Tagca. 330ca. 125 €
LED-Fernseher 55″100–130 W4 h/Tagca. 165ca. 63 €
Gaming-PC350–500 W3 h/Tagca. 465ca. 177 €
Laptop30–60 W6 h/Tagca. 100ca. 38 €
Waschmaschine3 Ladungen/Wocheca. 150ca. 57 €
Wäschetrockner (Wärmepumpe)2 Ladungen/Wocheca. 180ca. 68 €
Geschirrspüler4 Spülgänge/Wocheca. 190ca. 72 €
Elektroherd + Backofentäglich kochenca. 400ca. 152 €
Wasserkocher2.000 W10 Min/Tagca. 120ca. 46 €
WLAN-Router10 W24 h/Tagca. 88ca. 33 €
Standby-Geräte gesamt5–20 W24 h/Tag100–200bis 76 €

Auffällig: Die großen Kostentreiber sind alte Kühlgeräte, Elektroherd, Gaming-PCs und die Summe der Standby-Verbraucher. Genau dort lohnt sich das Nachrechnen am meisten.

5. Jahreskosten nach Haushaltsgröße

Wie viel Strom ist „normal"? Die folgende Tabelle zeigt Durchschnittswerte für Wohnungen (ohne elektrische Warmwasserbereitung) und die entsprechenden Jahreskosten:

Tabelle 2: Durchschnittlicher Stromverbrauch und Kosten nach Haushaltsgröße (2026, bei 0,38 €/kWh)
HaushaltVerbrauch/JahrKosten/JahrKosten/Monat
1 Person1.500 – 2.000 kWh570 – 760 €48 – 63 €
2 Personen2.000 – 2.800 kWh760 – 1.064 €63 – 89 €
3 Personen2.500 – 3.500 kWh950 – 1.330 €79 – 111 €
4 Personen3.000 – 4.200 kWh1.140 – 1.596 €95 – 133 €
5+ Personenab 4.000 kWhab 1.520 €ab 127 €

Liegt dein Verbrauch deutlich über diesen Spannen, lohnt eine Ursachenforschung — oft stecken ein alter Kühlschrank, elektrische Warmwasserbereitung (Durchlauferhitzer) oder hohe Standby-Verluste dahinter. Um wie viel Prozent dein Verbrauch über dem Durchschnitt liegt, kannst du mit dem Veränderungs-Rechner ausrechnen.

Vom Jahresverbrauch zum monatlichen Abschlag

Dein Stromanbieter bucht monatlich einen Abschlag ab — eine Vorauszahlung auf die Jahresrechnung. So prüfst du, ob er fair kalkuliert ist: Jahresverbrauch × Arbeitspreis + 12 × Grundpreis, das Ganze durch 12. Beispiel: 2.500 kWh × 0,38 € = 950 €, plus 12 × 12 € Grundpreis = 1.094 € im Jahr → rund 91 € Abschlag pro Monat. Liegt dein Abschlag deutlich höher, zahlst du dem Anbieter faktisch einen zinslosen Kredit; liegt er zu niedrig, droht eine Nachzahlung. Ein kurzer Check pro Jahr lohnt sich.

6. Schritt-für-Schritt-Beispiele

Beispiel 1: Was kostet der Gaming-PC im Monat?

Gerät: Gaming-PC mit 420 Watt, täglich 3 Stunden, Strompreis 38 Cent.

Rechnung: 0,42 kW × 3 h × 30 Tage = 37,8 kWh/Monat

Kosten: 37,8 × 0,38 € = 14,36 € pro Monat (ca. 172 €/Jahr)

Beispiel 2: Lohnt sich der neue Kühlschrank?

Alt: 330 kWh/Jahr → 125,40 €. Neu (A-Klasse): 100 kWh/Jahr → 38,00 €.

Ersparnis: 87,40 € pro Jahr — das sind rund 70 % weniger Stromkosten fürs Kühlen.

Fazit: Kostet der neue Kühlschrank 600 €, hat er sich nach knapp 7 Jahren allein über die Stromersparnis bezahlt gemacht.

Beispiel 3: Standby aufspüren

Situation: TV, Konsole, Soundbar und Router ziehen zusammen 18 Watt im Standby — rund um die Uhr.

Rechnung: 0,018 kW × 24 h × 365 = 157,7 kWh/Jahr

Kosten: 157,7 × 0,38 € = ca. 60 € pro Jahr — fürs Nichtstun.

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7. Strom sparen — die wirksamsten Hebel

Anbieter oder Tarif wechseln

Der größte Einzelhebel: Zwischen Grundversorgung (bis 45 Cent) und günstigen Tarifen (ab 28 Cent) liegen oft über 30 % Preisunterschied. Bei 3.000 kWh Jahresverbrauch macht das mehrere hundert Euro aus — ohne dass du dein Verhalten änderst.

Standby konsequent abschalten

Abschaltbare Steckdosenleisten kappen die heimlichen Verbraucher. Ersparnis: je nach Haushalt 40–80 € pro Jahr.

Alte Großgeräte ersetzen

Kühl- und Gefriergeräte über 12–15 Jahre sind fast immer Stromfresser. Ein Wechsel spart oft 60–70 % der Kühlung-Kosten (siehe Beispiel 2).

Waschen und Spülen optimieren

60-°C-Wäsche durch 30–40 °C ersetzen spart bis zu 50 % pro Waschgang, denn das Aufheizen des Wassers ist der größte Posten. Eco-Programme bei Spülmaschinen nutzen — sie laufen länger, heizen aber weniger.

LED statt Halogen

LEDs verbrauchen rund 80–90 % weniger als alte Glüh- oder Halogenlampen bei gleicher Helligkeit. Der Austausch amortisiert sich meist im ersten Jahr.

🎯 Prioritäten-Tipp: Erst Tarif prüfen (größter Effekt, null Aufwand), dann Standby eliminieren (einmalig Leisten kaufen), dann bei ohnehin fälligen Neuanschaffungen auf Effizienz achten. Wer alle drei Hebel nutzt, senkt seine Stromkosten häufig um 20–35 %.

8. Häufige Rechenfehler

Watt mit Kilowatt verwechseln

Der Klassiker: Wer 500 Watt statt 0,5 kW in die Formel einsetzt, bekommt tausendfach zu hohe Kosten. Immer zuerst durch 1.000 teilen.

Mit der Maximalleistung rechnen

Die Watt-Angabe auf dem Typenschild ist oft die maximale Leistung. Viele Geräte (TV, PC, Kühlschrank) laufen im Alltag deutlich darunter. Genauer ist ein Strommessgerät für die Steckdose (ab ca. 15 €) — es zeigt den realen Verbrauch.

Den Grundpreis vergessen

Zum Arbeitspreis kommt der monatliche Grundpreis (oft 8–15 €). Bei Tarifvergleichen immer die Gesamtkosten pro Jahr vergleichen, nicht nur Cent pro kWh.

Kühlgeräte pro Stunde rechnen

Kühlschränke laufen nicht dauerhaft mit voller Leistung — der Kompressor taktet. Deshalb rechnet man sie sinnvollerweise über den Jahresverbrauch laut Energielabel, nicht über Watt × 24 Stunden.

Sonderfälle: E-Auto, Wärmepumpe & dynamische Tarife

Drei moderne Verbraucher sprengen die klassische Haushaltsrechnung — und verdienen einen eigenen Blick:

Elektroauto zu Hause laden

Ein E-Auto verbraucht je nach Modell 15–22 kWh pro 100 km. Bei 38 Cent/kWh kosten 100 km also etwa 5,70 bis 8,40 € — deutlich weniger als Benzin. Wer 12.000 km im Jahr zu Hause lädt, kommt auf rund 2.000–2.600 kWh zusätzlich, was den Haushaltsverbrauch fast verdoppeln kann. Spezielle Autostrom-Tarife mit günstigeren Preisen lohnen sich hier schnell.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus verbraucht typischerweise 3.000–5.000 kWh Strom pro Jahr — ersetzt dafür aber die komplette Gas- oder Ölheizung. Auch hier gibt es vergünstigte Wärmepumpen-Tarife mit eigenem Zähler, die pro kWh oft 5–10 Cent unter dem Haushaltsstrom liegen.

Dynamische Stromtarife

Seit 2025 müssen alle Anbieter dynamische Tarife anbieten, deren Preis stündlich dem Börsenstrompreis folgt. In günstigen Stunden (nachts, mittags bei viel Sonne) kostet die kWh teils unter 20 Cent, in teuren Stunden über 50 Cent. Wer flexible Großverbraucher hat (E-Auto, Wärmepumpe, Waschmaschine mit Timer), kann sie gezielt in günstige Stunden verschieben und spürbar sparen — ein Smart Meter vorausgesetzt.

Lena Hoffmann — Autorin bei Prozen-Trechner
Lena Hoffmann · Autorin & Rechner-Entwicklerin bei Prozen-Trechner. Lena liebt Zahlen und klare Sprache: Sie entwickelt die Rechner auf dieser Seite mit, rechnet jede Formel und jedes Beispiel von Hand nach und erklärt Prozent-, Finanz- und Alltagsmathematik so, dass sie jeder versteht.

Über diesen Artikel: Die Strompreise und Verbrauchswerte sind Richtwerte für 2026 und können je nach Region, Anbieter und Gerät abweichen. Grundlage sind u.a. Daten von Verbraucherzentralen und dem BDEW. Dieser Beitrag dient der Orientierung und ersetzt keine Energieberatung. Stand: Juli 2026.

9. Häufige Fragen (FAQ)

Mit der Formel: Kosten = Leistung (kW) × Stunden × Strompreis pro kWh. Beispiel: Ein 100-Watt-Gerät (0,1 kW), das 5 Stunden läuft, verbraucht 0,5 kWh — bei 38 Cent/kWh sind das 19 Cent.

Watt durch 1.000 teilen (ergibt kW) und mit den Betriebsstunden multiplizieren. Beispiel: 2.000 Watt × 0,5 Stunden = 2 kW × 0,5 h = 1 kWh.

Je nach Tarif meist zwischen 30 und 42 Cent. Neukundentarife liegen oft bei 28–34 Cent, die Grundversorgung bei 38–45 Cent. Den eigenen Arbeitspreis findest du auf deiner Stromrechnung.

Durchschnittlich 2.000 bis 2.800 kWh pro Jahr (ohne elektrische Warmwasserbereitung). Das entspricht bei 38 Cent/kWh etwa 760 bis 1.064 € Stromkosten jährlich.

Ein moderner LED-Fernseher mit 120 Watt verbraucht 0,12 kWh pro Stunde — bei 38 Cent/kWh also knapp 5 Cent pro Stunde. Ein großer OLED mit 250 Watt kommt auf rund 10 Cent.

Je nach Anzahl der Geräte 100–200 kWh pro Jahr — also 38 bis 76 €. Abschaltbare Steckdosenleisten eliminieren diese Kosten fast vollständig.

Ja. Für rund 15 € zeigt es den realen Verbrauch jedes Steckdosen-Geräts — genauer als jede Typenschild-Rechnung. Viele Verbraucherzentralen und Bibliotheken verleihen Messgeräte sogar kostenlos.

Realistisch sind 20–35 %: Tarifwechsel (bis zu 30 % Preisunterschied), Standby abschalten (40–80 €/Jahr) und effiziente Geräte bei Neuanschaffungen. Die Prozent-Ersparnis rechnest du mit unserem Prozentrechner aus.

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Quellen & weiterführende Infos