Kurz erklärt: Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer (plus ggf. Soli und Kirchensteuer) sowie Sozialabgaben (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) abgezogen. Was übrig bleibt, ist dein Nettogehalt. Bei einem mittleren Einkommen in Steuerklasse I gehen rund 33 bis 40 % ab. Der Rechner oben zeigt dir dein persönliches Netto mit allen Abzügen in Prozent.
Brutto und Netto — der Unterschied
Im Arbeitsvertrag steht immer das Bruttogehalt — das ist der volle Betrag, den dein Arbeitgeber für deine Arbeit zahlt, bevor irgendetwas abgezogen wird. Auf deinem Konto landet aber das Nettogehalt: der Betrag nach Abzug aller Steuern und Sozialabgaben.
Die Grundformel
Nettolohn = Bruttolohn − Steuern − Sozialabgaben. Das Wort „netto" kommt vom italienischen netto („rein"), „brutto" bedeutet „roh, ungereinigt". Netto ist also das, was wirklich für dich übrig bleibt.
Die Differenz zwischen Brutto und Netto kann erheblich sein — je nach Gehalt, Steuerklasse und weiteren Faktoren gehen oft 30 bis 45 % ab. Genau deshalb überrascht die erste Gehaltsabrechnung viele Menschen. Wer sein Netto vorher kennt, kann besser planen — etwa bei einer Gehaltsverhandlung, einem Jobwechsel oder einem Steuerklassenwechsel.
Welche Abzüge gibt es?
Die Abzüge teilen sich in zwei große Blöcke: Steuern und Sozialabgaben.
Die Steuern
Lohnsteuer: Der größte Steuerabzug. Sie ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer und richtet sich nach Höhe des Einkommens und Steuerklasse. Der Steuersatz steigt progressiv — vom Eingangssatz 14 % bis zum Spitzensatz 42 % (bzw. 45 % bei sehr hohen Einkommen).
Solidaritätszuschlag: Seit 2021 zahlen ihn die meisten Arbeitnehmer nicht mehr. Er greift 2026 erst bei sehr hohen Einkommen (Lohnsteuer über rund 20.350 € pro Jahr).
Kirchensteuer: Nur für Kirchenmitglieder. Sie beträgt 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) oder 9 % (übrige Bundesländer) der Lohnsteuer.
Die Sozialabgaben 2026
Die Sozialversicherungsbeiträge werden zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geteilt. Für dich als Arbeitnehmer fallen 2026 folgende Anteile an:
- Rentenversicherung: 18,6 % gesamt, dein Anteil 9,3 %
- Krankenversicherung: 14,6 % gesamt (dein Anteil 7,3 %) plus Zusatzbeitrag (durchschnittlich 2,9 %, dein Anteil 1,45 %)
- Pflegeversicherung: 3,6 % gesamt (dein Anteil 1,8 %), Kinderlose ab 23 zahlen 0,6 % Zuschlag extra
- Arbeitslosenversicherung: 2,6 % gesamt, dein Anteil 1,3 %
💡 Beitragsbemessungsgrenze: Sozialabgaben werden nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze fällig. 2026 liegt die Grenze bei 69.750 € (Kranken-/Pflegeversicherung) bzw. 101.400 € (Renten-/Arbeitslosenversicherung) pro Jahr. Wer mehr verdient, zahlt auf den übersteigenden Teil keine weiteren Beiträge.
Die 6 Steuerklassen erklärt
Die Steuerklasse hat den größten Einfluss auf dein monatliches Netto. Sie richtet sich nach deinem Familienstand:
| Klasse | Für wen? |
|---|---|
| I | Ledige, Geschiedene, Verwitwete ohne Kinder |
| II | Alleinerziehende (mit Entlastungsbetrag) |
| III | Verheiratete Hauptverdiener (Partner hat Klasse V) |
| IV | Verheiratete, wenn beide etwa gleich verdienen |
| V | Verheirateter Geringverdiener (Partner hat Klasse III) |
| VI | Zweit- und Nebenjobs (höchster Abzug) |
🎯 Tipp für Ehepaare: Die Kombination III/V lohnt sich, wenn ein Partner deutlich mehr verdient — der Hauptverdiener zahlt dann monatlich weniger Lohnsteuer. Wichtig: Der Steuerklassenwechsel ändert nur die monatliche Vorauszahlung, nicht die endgültige Jahressteuer. Diese wird bei der Steuererklärung final berechnet.
Beispielrechnung 2026
Nehmen wir einen ledigen Arbeitnehmer (Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, 30 Jahre, keine Kinder) mit 3.500 € brutto im Monat:
Bruttogehalt: 3.500 €
− Lohnsteuer: ca. 480 €
− Rentenversicherung (9,3 %): ca. 326 €
− Krankenversicherung (8,75 %): ca. 306 €
− Pflegeversicherung (2,4 % inkl. Kinderlos-Zuschlag): ca. 84 €
− Arbeitslosenversicherung (1,3 %): ca. 46 €
= Nettogehalt: rund 2.258 €
In diesem Fall gehen also rund 1.242 € ab — etwa 35 % des Bruttogehalts. Das entspricht ziemlich genau dem Durchschnitt für mittlere Einkommen in Steuerklasse I. Probier deine eigenen Zahlen im Rechner oben aus.
Netto-Tabelle nach Bruttogehalt
Diese Tabelle zeigt Richtwerte für das Nettogehalt in Steuerklasse I (ledig, keine Kinder, keine Kirchensteuer, durchschnittlicher KV-Zusatzbeitrag) für 2026:
| Brutto/Monat | Netto (ca.) | Abzüge in % |
|---|---|---|
| 2.000 € | 1.430 € | ~29 % |
| 2.500 € | 1.750 € | ~30 % |
| 3.000 € | 2.010 € | ~33 % |
| 3.500 € | 2.258 € | ~35 % |
| 4.000 € | 2.500 € | ~38 % |
| 5.000 € | 2.980 € | ~40 % |
Gut zu erkennen: Je höher das Brutto, desto höher der prozentuale Abzug — das liegt an der progressiven Steuer. Wie dieser Effekt bei Gehaltserhöhungen wirkt, erklären wir im Artikel Gehaltserhöhung berechnen.
Mehr Netto vom Brutto — Tipps
Es gibt legale Wege, dein Nettogehalt zu erhöhen:
Steuerklasse optimieren
Verheiratete können durch die richtige Steuerklassen-Kombination (III/V oder IV/IV mit Faktor) das monatliche Netto optimieren.
Freibeträge eintragen lassen
Ein beim Finanzamt eingetragener Freibetrag (z.B. für lange Arbeitswege oder Werbungskosten) senkt den monatlichen Lohnsteuerabzug direkt — du musst nicht bis zur Steuererklärung warten.
Steuerfreie Extras nutzen
Sachbezüge wie Jobticket, Jobrad, Essenszuschuss oder Kindergartenzuschuss kommen oft „brutto für netto" und sind mehr wert als eine kleine Gehaltserhöhung. Frag in der Personalabteilung nach.
🎯 Netto clever nutzen: Wer sein Netto kennt, kann besser sparen. Mit der 50-30-20-Regel teilst du dein Netto sinnvoll auf. Wie viel Prozent deines Bruttos am Ende ankommen, siehst du direkt im Rechner oben.
Häufige Fragen (FAQ)
Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer (plus ggf. Soli und Kirchensteuer) sowie die Sozialabgaben (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) abgezogen. Was übrig bleibt, ist das Netto. Der Rechner oben übernimmt das automatisch — einfach Brutto, Steuerklasse und Bundesland eingeben.
In Steuerklasse I (ledig, keine Kirchensteuer, keine Kinder) bleiben 2026 rund 2.258 € netto — also etwa 65 % des Bruttos. Rund 35 % gehen für Steuern und Sozialabgaben ab. Der genaue Wert hängt von Steuerklasse, Bundesland und Krankenkasse ab.
Das hängt von deiner Situation ab. Für Ledige ist Klasse I automatisch gesetzt. Verheiratete mit unterschiedlichem Einkommen fahren oft mit III/V am besten (mehr monatliches Netto für den Hauptverdiener). Bei ähnlichem Einkommen ist IV/IV meist sinnvoll. Die endgültige Steuerlast ändert sich durch die Steuerklasse aber nicht — nur die monatliche Vorauszahlung.
Mögliche Gründe: hohe Steuerklasse (V oder VI), Kirchensteuerpflicht, Kinderlosen-Zuschlag bei der Pflegeversicherung (ab 23 Jahren), ein hoher Krankenkassen-Zusatzbeitrag oder ein geldwerter Vorteil (z.B. Dienstwagen), der versteuert wird.
Seit 2021 zahlen die meisten Arbeitnehmer keinen Soli mehr. Er fällt 2026 erst an, wenn deine Jahres-Lohnsteuer über rund 20.350 € liegt — das entspricht etwa 73.000 bis 75.000 € Bruttojahresgehalt bei einem Single. Die meisten Menschen sind also nicht betroffen.
Für 2.000 € netto brauchst du 2026 in Steuerklasse I rund 2.900 € brutto. Eine genaue Netto-zu-Brutto-Formel gibt es nicht, weil die Abzüge progressiv sind — am besten näherst du dich im Rechner an, indem du verschiedene Brutto-Werte ausprobierst.
Nein, der Rechner liefert eine realistische Orientierung auf Basis der amtlichen Werte 2026. Verbindlich ist immer die Lohnabrechnung deines Arbeitgebers. Individuelle Faktoren wie eingetragene Freibeträge, Entgeltumwandlung oder besondere Krankenkassen-Sätze können zu Abweichungen führen.
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Quellen & weiterführende Infos
- Bundesfinanzministerium (BMF) — Programmablaufplan Lohnsteuer.
- GKV-Spitzenverband — Beitragssätze der Krankenversicherung.
- Deutsche Rentenversicherung — Beitragssätze und Bemessungsgrenzen.